Malteser Waldkrankenhaus St. Marien Erlangen

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Malteser
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Der Liebling aller Bewohnerinnen und Bewohner – CARA

Wöchentlicher Hundebesuch in den Malteser Altenhilfeeinrichtungen in Erlangen

Der Hund von Therapiehundeführerin Dr. Reinfelder-Weninger ist ein Lagotto Romagnolo, ein italienischer Wasserhund. Diese sehr alte Wasserhunderasse wurde seit Ende des 19. Jahrhunderts in Italien vor allem als Trüffelsucher eingesetzt.

„Schnüffeln kann Cara auf jeden Fall sehr gut“, berichtet ihr Frauchen Dr. Reinfelder-Weninger. Aber die Leidenschaft der beiden liegt auf einem anderen Gebiet: Cara und ihre Besitzerin besuchen einmal in der Woche die Bewohnerinnen und Bewohner des Malteser Pflegezentrums St. Elisabeth und der Malteser Marienhospital Pflegeeinrichtung in Erlangen.
Seit April 2018 kommt Cara in die Einrichtungen und ist schnell der Liebling aller Bewohnerinnen und Bewohner geworden. Die Vorfreude der Bewohner ist groß, denn oft wird schon Tage vorher gefragt, wann wieder der Hundebesuch stattfindet.

 

Wöchentlicher Besuch

Als Cara heute durch den Gang zum Gruppenraum läuft, strahlt die Bewohnerin, die ebenfalls auf den Weg dorthin ist, über das ganze Gesicht. Die Seniorin spricht nur noch selten und ist sehr in sich zurückgezogen. Beim Anblick des Hundes aber sieht man, wie viel Freude die Hundebegegnung bei ihr auslöst. Frau Dr. Reinfelder-Weninger verrät ihr noch auf dem Gang, dass Cara extra gestern gebadet wurde, damit sie heute besonders kuschelig ist.
Im Gruppenraum sitzen bereits erwartungsvoll die weiteren Bewohner. Cara, die inzwischen mit allen sehr vertraut ist, läuft auf die Bewohner zu und holt sich brav ihre Leckerchen ab, Streicheleinheiten inklusive. Instinktiv erkennt sie die Bedürfnisse der Senioren und stellt sich auf diese ein. Besonders vorsichtig und behutsam nähert sie sich einer fast erblindeten Bewohnerin. Diese ist hocherfreut als sich die feuchte Hundenase auf ihren Unterarm legt, denn Hunde gehörten früher zu ihrem Leben dazu. Mit zitternder Stimme berichtet sie von ihren Lieblingen und alle hören gespannt zu, auch Cara.
Stolz wird nun auch von der Seniorin gegenüber berichtet, dass Cara gestern ein Bad genommen hat, das hatte sich die Bewohnerin vom Flur gemerkt und es in die Gruppenrunde eingebracht, obwohl sie sonst nur stille Zuhörerin ist.

Nach der wöchentlichen Besuchsrunde geht es für Cara immer in den naheliegenden Meilwald zur einer ausführlichen Gassirunde, die hat sie sich mehr als verdient. Und dann wird geschlafen, denn für Cara ist ein solcher Besuch mindestens genauso aufregend wie für die Bewohner und außerdem verdauen sich die vielen Leckerchen schlummernd sowieso viel besser.

 

Einsatz von Therapiehunden seit 2014

Vom Einsatz von Hunden in Pflegeeinrichtungen ist Einrichtungsleiterin Maria Kormann schon lange überzeugt. Seit 2014 kommen Hunde regelmäßig in die Einrichtung und sie kann bei ihren Senioren Erstaunliches beobachten.
Förderung der Mobilität: Der Hund regt die Bewohner dazu an ihn zu streicheln, mit ihm zu spielen oder ihm ein Leckerchen zu geben. Hierbei sind sie durch die Interaktion mit dem Hund oftmals von ihren bestehenden motorischen Einschränkungen soweit abgelenkt, dass sie zuvor nicht mehr gelungene Bewegungen wieder ausführen können.
Kommunikationsbereitschaft: Über den Hund kommen die Bewohner untereinander ins Gespräch. Oft berichten die Bewohner von ihren eigenen Hunden, von Erlebnissen mit ihnen oder vergleichen den Besuchshund mit den früheren eigenen Hunden.
Die Betreuungskräfte sind begeistert, welche Fortschritte in diesen Besuchsrunden oft gemacht werden.

 

Ausbildung über Therapiehunde Franken e. V.

Dr. Reinfelder-Weninger ist Ärztin und mit ihrer Hündin Mitglied im Verein Therapiehunde Franken. Schon länger hatte sie sich vorgenommen in ihrem Ruhestand mit ihrem Hund als Einsatzteam in Altenhilfeeinrichtungen zu unterstützen.
Nach erfolgter Ausbildung ist sie eine von 450 ausgebildeten Hundeführern im Verein, die im Jahr rund 5000 Einsätze in Alten- und Pflegeheimen, Einrichtungen für körperlich und geistig behinderte Kinder und Erwachsene, Förderschulen, Kindergärten, Kliniken und Justizvollzugsanstalten durchführen.
Seit Frühjahr 2017 besuchen auch als Hospizbegleiter/innen ausgebildete Mitglieder des Vereins mit ihrem Hund Menschen am Ende ihres Lebens.

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